Internationaler Hansenorden
e. V. zu St. Goar am Rhein

Der Hansenorden zu St. Goar ist aus einer mittelalterlichen Kaufmannsgilde entstanden, in die jeder eintreten mußte, der in der Stadt auf Märkten und Messen Handel treiben wollte. Die Ordensvereinigung wurde erstmals um 1460 urkundlich erwähnt, man ist jedoch sicher, daß sie bereits im 13. Jahrhundert, in der Zeit der Hanse und Städtebünde, entstanden ist, denn zu dieser Zeit war St. Goar als Residenz der Grafen von Katzenelnbogen ein bedeutender Stapel- und Umschlagplatz am Mittelrhein.

Aus der Überlieferung weiß man, daß der Fremdling, der in den Orden aufgenommen werden wollte, nach einem gewissen Zeremoniell früher an ein Halseisen am Zollhaus angekettet wurde. Zwei Paten mußten für ihn bürgen.

Die sogenannte Hansung läuft auch heute noch ab wie im Mittelalter, nur nicht am Zollhaus, sondern meist auf Burg Rheinfels oberhalb von St.Goar, dem Sitz des Internationalen Hansenordens e. V. zu St. Goar am Rhein. Burg Rheinfels ist die Ordensburg der Hansen. Hier findet jährlich am ersten Sonntag im August das Hansenfest statt, und hier wird der Konvent, die Generalversammlung, im selbsterbauten Hansensaal abgehalten.

Gemäß Verfassung hat der Hansenorden folgende Aufgaben: Erhaltung und Ausbau der Burg Rheinfels, Pflege alten Brauchtums und Erforschung des geschichtlichen Werdeganges der Heimat.

Pflicht eines jeden Hansen ist es, mit den Brüdern auf der ganzen Welt aufrichtige Freundschaft zu pflegen. Wo es möglich ist, helfen sich die Hansen gegenseitig in allen Belangen. Der Hansenorden ist frei von politischen und religiösen Bestrebungen und soll völkerverbindend wirken.

Bei der Mitgliedschaft wird Wert auf den guten Leumund gelegt. Deshalb müssen auch heute noch zwei Paten die Bürgschaft für den zu Hansenden übernehmen.

Als Hansenbrüder in unserer Gemeinschaft sind alle Berufe und Bevölkerungsschichten vertreten.